logo hist sklDSC02285 Kopie klUnser Ehrenmitglied »Manfred Haringer hatte bekanntlich zum 21. August, dem 120. Jahrestag der Eröffnung unserer leider 1918 abgebrannten Sektionshütte, alle sich gerade in der Region aufhaltenden Bergsteiger eingeladen, zu einem ehrenden Gedenken am Ort der Hütte zu verweilen, dort, wo seit nunmehr 6 Jahren ein Obelisk mit Ehrentafel an das Bauwerk und seine Geschichte erinnert. 

Dieser Jubiläumstag ist nun ebenfalls Geschichte, zu dem es einiges zu berichten gibt. Obgleich nur wenige Bergwanderer, darunter 2 aus der Sektion, wetterbedingt den Weg zum Hüttenplatz fanden.

Der Bericht von Manfred Haringer

Heute haben wir das Gedenken an unserer lieb gewonnenen Hallesche Hütte wieder neu aufleben lassen.🎉

Als wir am Abend das "Wetter in Südtirol" über Google aufgerufen haben war uns klar, dass auf dem Eisseepaß 0 Grad Celsius bei mäßigem Südwestwind herrschten.

Trotzdem packte Fabian (19 J.), mein Ziehsohn, und ich die historischen Klamotten der Hüttenwirte in den Rucksack ein. Dazu einen Camping-Kocher, Kaffee, Kuchen, Apfelstrudel, und natürlich den traditionellen Rotwein, - der bei solchen Anlässen niemals fehlen darf ! ;-) 🍷🍾 Im 4 stündigen, zügigen Aufstieg mit unserem Jubiläumsinventar erreichten wir um 11,30 Uhr den Eisseepaß auf 3.133m, der uns mit der Aussicht zu Königsspitze,DSC02277 Kopie kl Zebru und Ortler vollauf entschädigte.

Sofort warfen wir die mitgebrachte Feldküche an und begannen uns auf spontane Besucher einzurichten. Das nach wie vor eine schöne Vorfreude, aber durch auftretende Nebelschleier, nicht auf rege Besucherzahlen schließen ließ.

Sofort wurden die vorbereiteten Banner "120 Jahre Halle´sche Hütte am Eisseepaß 3.133m" - das übrigens am Ort DSC02288 Kopie klverblieben ist -  und "Tag der offenen Tür" mit den Kuchen, Kaffee und Rotwein, an der Hütten-Schutzmauer verankert, und mit Luftballons geziert. Dazu hatten wir noch in aller Früh einen frischen Strauß Sonnenblumen gebunden, den wir an der Einzugspforte postierten, der aber ansehnlich an "Jugendfrische" verloren hat.

Um die Hütte in all ihren Variationen den Besuchern anschaulich zu präsentieren hatte ich eine dicke Mappe mit Fotos, Speisekarte, Hüttenordnung, Klosettprobleme, Kriegsgeschehen usw. vorbereitet.

So gegen 12 Uhr wurden 2 Personen die über den Klettersteig des "Steckner Weg" kamen sichtbar. Fabian kündigte die ersten Personen mit dem Wort "...jetzt kimp Kundschaft,..an! Siehe da! Ein Paar aus der Gegend von Halle (Schönburg), Steffen und Anne, kamen auf Hinweis des DAV Halle a.d. Saale, eigens zu unserem Erinnerungs- und Ehrentag. Dazu gelangte auch fast gleichzeitig ein Paar aus dem Inntal von der Casati Hütte und wollte gleich nach Sulden absteigen. Doch es lag am Steuer der Frau, die ihren Mann einzulenken wußte und durch ihre Teilnahme, das Interesse weckte.DSC02227 Kopie kl

Nachdem ein wärmender Kaffee mit Apfelstrudel, gemischt mit intensiver Hüttengeschichte und Eintrag ins Hüttenbuch stattgefunden hat, beschloss eine Rotweinrunde das viel zu kurze Beisammensein. Es entstand eine Herzlichkeit, die es nur auf dem Bergen gibt, wo Lasten im Tal zurück bleiben
und spontane Freundschaften geknüpft werden.

Regina aus dem Inntal, die gleichzeitig Bildungsreferentin in ihrer Gemeinde ist, sicherte sich meine Mailadresse, um evtl. eine Vortragsreihe in Ihrer Gemeinde über das Kriegsgeschehen an der Ortlerfront zu organisieren, an der auch die Standschützen aus dem Inntal mit dabei waren.

Steffen, der Berufsoffizier war, drückte ich spontan die Hüttenschlüssel der Halle`schen Hütte in der Hand, die ich vor Jahrzehnten unter Prof. Manfred Reichstein in den Trümmern der Hütte fand. Sichtlich in der Zeit zurück versetzt betrachtete und wertschätzte er das in den Händen haltende Juwel mit der Schlüsselnummer 1661. Steffen lockerte 2 dicke Zigarren und jeder der Teilnehmer wertschätzte seine Anwesenheit durch eine spontane Geldspende, die alle Unkosten und Spesen deckte.

Die zwei Seilschaften schlossen sich zu einer Seilschaft zusammen und stiegen winkend auf die andere Talseite ins Suldental ab. Zurück blieb eine nette Verbindung mit schönen Erinnerungen, die man bei uns nur in der Freiheit der Berge kennt. 🏔 Wo die romantische, raue Bergnatur, Menschen aus Ihrem gestressten Alltag zurück holt und an das Wesentliche dem Dasein des Menschen erinnert.

Wenn auch wetterbedingt der Eisseepaß nicht übervölkert war, so war diese spontane, kleine Begegnung am Eisseepaß im 120. Jubiläumsjahr der Halle`schen Hütte ein wahres Geschenk, das man für kein Geld so organisieren kann, >>> daher ist Jeder reich, der etwas in sich trägt, das man um Geld nicht kaufen kann!

In bleibender Erinnerung an das 120. Jubeljahr der Halle`schen Hütte am Eisseepaß danken für die herzliche Begegnung mit einen kräftigen Bergsteigergruß....☀

der Träger : Ladurner Fabian,
der Hüttenwirt: Haringer Manfred

Und unser Mitglied Steffen Welz übermittelte diese Eindrücke:

IMG 6424 Kopie klHallo, wir sind von Schaubachhütte den Stecknerweg hoch. Manfred kam vom Martelltal mit Torte (mit Bild der alten Hütte), Kuchen, Wein☺. Cappucino gab's aus der heute offenen Küche zum Tag der offenen Tür in unserer Sektionshütte.

Beeindruckend seine Geschichten und der Aufwand, den er und sein Partner Fabian gemacht haben in alter Tracht mit Transparenten, Kocher, Torte. Wir waren begeistert. Leider haben es wohl nicht viele Leute mitbekommen. Manfred erwähnte einen tödlichen Unfall neulich am Stecknerweg/Eisseespitze. Das wundert mich bei der Ausschilderung und dem Zustand nicht. ... dass der Permafrost verschwindet und vieles instabil wird.

Irre, was noch oben liegt von der Hütte.Übrigens gibt es in der Grundschule Sulden ein kleines Museum mit Vitrine über die hallesche Hütte und mit nem 10cm M16-Skoda-Geschütz, was unweit der halleschen Hütte aus dem Eisseegletscher geborgen wurde.
Ein toller Tag. Viele Grüsse aus Trafoi /Camping

Steffen und Anne Welz