Große Freude löste in mir deine (Ernst Fukala) »Geschichtsabfassung der Hall´schen Hütte aus. Schon zu jener Zeit hatten die Bergsteiger und Touristen in Ihren Erzählungen die Hütte und Ihre Bewirtschaftung wohlwollend ins Herz geschlossen. War sie doch die Höchste und in Ihrer Lage einzigartige Hütte die so ein prachtvolles Gletscher und Gipfelpanorama bot.

Angehaucht von diesen altehrwürdigen Erzählungen der Gebirgssoldaten, die dort einquartiert waren und von dort aus in 1 Stunden die vorderste Kriegsfront am Cevedalepass 3.265 m erreichten, bewog es mich immer wieder alte Veteranen, Bergführer und Standschützen (Gebirgssoldaten 1. WK.) auf zu suchen. Um diese lieb gewonnene Hütte vor dem Untergang zu Schützen, taten sie alles! Eine Naturstein Deckungsmauer vor feindlichen italienischen Beschuss die Neueindeckung des gesamten Hütten Daches, Vergrößerung der Hütte und Beheizung eines jeden Zimmers. Die Vorsorge an Holz als Heizmaterial und Lebensmittel für das Winterlager.

Denn wie oft hat diese Hütte sich als sprichwörtlicher Lebensretter bewiesen, in all der Zeit sei es im Zivilen, oder Militärischen Aktionen. Wenn Feind und Wetter, Menschen bis an Ihrer Existenzgrenze brachten, sodaß heute noch einige von Ihnen in den Tiefen der Gletscher schlummern.

Bei diesen Nachforschungen konnte ich auch einen Teil der ehem. Hüttenbibliothek sichern, die ein Hütteneinbrecher sich bereits unter den Nagel gerissen hat ...und dank eines wachen Bergführers durch die österr, Gendarmerie festgenommen werden. Der Bergführer verwahrte während des Gebirgskrieges diese Bücher, um sie nach dem Krieg wieder dorthin zu bringen. Da aber die Hütte den letzten Kriegstag leider nicht überstand und durch die nachrückenden Italienischen Soldaten niedergebrannt wurde, blieben diese 9 Stück der Hütten-Lektüre erhalten.

Mit ihm das Bergführerbüchlein des Fidelis Reinstadler, der als umsichtiger Hüttenpächter der Halleschen Hütte waltete. Da es kein Vaterland Österreich mehr gab und wir Südtiroler von Italien annektiert wurden, gab es auch für Fidelis Reinstadler der seit 1896 österr.Bergführer war, seit 1922 eine italienische Führer Bescheinigung.

»Manfred Haringer

Schlanders/Göflan, 12. März 2017