holzberg retten klAufruf "Rettet den Holzberg"

Der Holzberg, ein Natur- und Kletterparadies zwischen Eilenburg und Wurzen in den Hohburger Bergen, ist in Gefahr. In den letzten 25 Jahren haben sich dort eine Reihe von seltenen Pflanzen- und Tierarten zeitgleich mit der Nutzung als Klettergarten nach der Stilllegung des Steinbruchs angesiedelt.

Nun plant nach einem Besitzerwechsel die Fa. KAFRIL aus Großzschepa ihn als Erdstoffdeponie zu nutzen und über einen Zeitraum von ca. 30 Jahren größtenteils zu verfüllen. Inwieweit die das Klettern beeinträchtigen würde ist noch unklar. So wurde im Frühjahr 2019 ein Nutzungsvertrag zwischen KAFRIL und den Kletterern abgeschlossen, der das Klettern im Holzberg erlaubt, jedoch keine Regelungen hinsichtlich der Verfüllhöhen beinhaltet und jederzeit kündbar ist.

Im Fall des Holzbergs sind aber die Naturschutzaspekte aus unserer Sicht wichtiger: Neben vielen seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten wurde eine Reihe von Arten der durch die europäische „Flora, Fauna, Habitat-Richtlinie“ bzw. der „Vogelschutzrichtlinie“, also europäischen naturschutzrechtlichen Rahmenvorgabe, sowie der Bundesartenschutzverordnung geschützt. Dazu gehören eine Reihe von Fledermausarten, Drosselrohrsänger, Grünspecht, Rohrweihe, KnoblauchkröZur Website der Holzbergfreundete, Laubfrosch, Seefrosch, Teichfrosch, Mauereidechse, Zauneidesche, Schlingnatter. Bei einigen dieser Arten verlangt die FFH-Richtlinie eine Ausweisung der entsprechenden Lebensräume zum Schutz dieser Arten. Insbesondere im stark landwirtschaftlich genutzten Umland der Hohburger Berge haben sich dort viele Arten angesiedelt, die sich außerhalb des Gebietes nicht mehr finden und auch auf Grund der vorhandenen Landschaftsstruktur nicht wieder das Gebiet nach einer Rekultivierung zum Ende der Verfüllung besiedeln können. Der Verlust wäre also weder umkehrbar noch ausgleichbar.

Nun scheint es so zu sein, dass sich im Landkreis Leipzig die Naturschutzbehörde und die Bergbehörde gegenseitig die Zuständigkeit zuschieben und damit die Verantwortung weiter reichen. Dies fördert nicht die berechtigten Interessen von Naturschützern und Kletterern.

Zum Schutz dieses einzigartigen Gebietes, in dem Natur und Klettersport eine vorbildliche Koexistenz führen, gibt es nicht nur eine Bürgerinitiative der nahen Ortschaft Böhlitz, sondern auch mit den Holzbergfreunden einen Zusammenschluss von Kletterern und Naturschützern. Wenn es gemeinsam gelingt, das Gebiet zu erhalten, kann daraus eine echte Symbiose werden.
Die Sektion Halle des Deutschen Alpenvereins schließt sich daher den Forderungen von IG Klettern-Bundesverband, Bundeskommission "Klettern & Naturschutz" des Deutschen Alpenvereins, AG Natur- und Umweltschutz des Sächsischen Bergsteigerbundes e.V., Bürgerinitiative Böhlitz, DAV-Sektion Bergfreunde Anhalt Dessau und anderen an. Wir fordern einen sofortigen Stopp der weiteren Planungen zur Verfüllung des Holzberges und stattdessen eine Ausweisung als Schutzgebiet, z. B. Flächennaturdenkmal.

Weitere Informationen gibt es hier: www.holzbergfreunde.de

Ingolf Kühn