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Für Klettertouren im Keketuohai Nationalpark, dem chinesischen Yosemite, hatte Arne Ohlsen die bergsportliche »Projektförderung der Sektion beantragt und bekommen. Nun ist er zurück und berichtet über "begrenzte" Klettererfolge:

Der »Plan war, dort neue Wände zu erkunden, um neue Routen zu erschließen. Ebenfalls wollen wir an bereits erschlossenen Wänden neue Linien finden. Konnte der Plan ausgeführt werden? Hier ein erster Report von Arne:

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten war unser Aufenthalt in Keketuohai erfolgreich.

Nach Flug, langer Busreise und später Ankunft im Ort wurden wir von dem Hostel, welches uns bereits eine Buchungsbestätigung für den Zeitraum gegeben hatte, abgelehnt. Es hieß, dass zur Zeit nur Chinesen in diesem Hostel schlafen dürften. Unsere Alternative wären dann nur noch teure Hotels gewesen.

Die erste Nacht wurden wir dann aber eingeladen in der Wohnung eines Polizisten zu nächtigen. Er vermittelte uns dann am Morgen einen Fahrer, der uns die letzten Kilometer zum Park brachte. Dort angekommen bekamen wir die nächste schlechte Nachricht: Im Park dürfen keine Ausländer klettern. (Obwohl wir genau wussten, dass dies schon einige vor uns durften.) Uns wurde dann ein Abschnitt auf einem Wohnwagenstellplatz zugewiesen, auf dem wir unser Zelt, dass wir glücklicherweise noch eingepackt hatten, aufstellen konnten. Dort konnten wir dann die restliche Zeit bleiben.

Am nächsten Tag waren wir dann mit der Besitzerin des Hostels verabredet. Sie hatte vorher schon Kontakt zu anderen Kletterern hier und meinte uns helfen zu können. Sie sagte uns, wir sollen versuchen in den nächsten, großen Ort zu fahren und dort mit der Grenzschutzpolizei zu sprechen.

Letztendlich nach vielen Hin und Her, einem Gespräch mit der Geschäftsführung des Parks und einigem Verhandlungsgeschick konnten wir doch eine Klettererlaubnis bekommen. Und so hieß es für uns jeden Tag vom Zelt zum Parkeingang, mit dem Shuttle Bus zum jeweiligen Fels, klettern und am frühen Abend kurz bevor der Park schloss wieder zurück.

Die Kletterei selbst war dann etwas anders als erwartet. Der Fels war oberflächlich häufig recht brüchig und sehr häufig mit Flechten überwachsen, weshalb Wandklettereien kaum möglich waren und man nur den Risslinien folgen konnte.

In den ersten Tagen wiederholten wir einige vorhandenen Linien und außer der von Zeit zu Zeit wiederkehrenden Fülle an Vegetation in den Routen fiel uns auf, dass an den Hauptwänden im vorderen Teil des Tals nicht wirklich Möglichkeiten bestanden lohnende, neue Routen zu erschließen.

Nach der ersten Woche erkundeten wir den hinteren Teil des Tals umd und bemerkten schon auf dem Weg einige tolle und wirklich gut aussehende Wände (man konnte auch die von mir im Antrag als Wand 1 und 2 markierte Felswände sehen). Doch noch einige Kilometer vor dem ersten Wandfuß versperrte uns ein Kontrollposten den Weg und uns wurde zu verstehen gegeben, dass dort der Zuständigkeitsbereich der Parkverwaltung endet und dass ab dort strikt niemand weiter darf, außer einigen wenigen Uiguren, die im oberen Teil des Tals ihr Vieh halten.
Somit müssten wir uns dann im vorderen Teil des Tals Linien suchen.

Wir wurden auch fündig und konnten insgesamt drei neue Routen begehen und eine, die nach der zweiten Seillänge abgebrochen wurde, bis oben vollenden. Die Schwierigkeit ist dabei hauptsächlich im 7. Grad und zum Teil auch bis 8+. Andere lohnende Linie könnten wir leider nicht ausfindig machen und so kletterten wir noch ein paar vorhandene Routen und versuchten auch die erste freie Begehung einer Route (frei vermutlich ca 9+/10-, bisher dort A1), blieben aber mangels Zeit ohne Erfolg.

Die Reise war an sich eine wirklich spannende Erfahrung und wir hatten in einigen Seillängen wirklich viel Spaß. Aber da das Erlangen einer Klettererlaubnis ungewiss und kompliziert ist und man zudem nicht der allerbesten Granit und viel Bewuchs findet, ist es wohl, solang man nicht in den hinteren Teil des Tals darf, nicht unbedingt lohnend nach Keketuohai zu fahren.

Ein Kletterbericht und ein Dia-Vortragsabend wollen wir noch anbieten.

Arne Ohlsen, 18.09.2018