wandergruppe2 kleinRechtlich besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen Führungstouren und Gemeinschaftstouren!

Bei Führungstouren (FT) übernimmt der FÜL/Trainer die volle Verantwortung für die Geführten und genießt das volle Vertrauen der Geführten (auch stillschweigend).

Er trifft die wesentlichen Entscheidungen, beispielsweise zur Routenwahl, zu den Sicherungsmaßnahmen oder zum Tourenabbruch.

Zur Problematik der Durchführung von Sektions-Führungstouren durch vom DAV lizenzierte Trainer Bergsteigen, Hochtouren, Klettern im Verhältnis zum Einsatz von Bergführern siehe die beigefügte pdf "Im Verein auf die Berge. Gemeinschaft braucht Eigenverantwortung" (Entnommen aus "DAV Panorama 4/2014").

Bei Gemeinschaftstouren (GT)
  • werden alle Entscheidungen gemeinschaftlich getroffen;
  • gibt es einen Tourorganisator aus dem Kreis der Teilnehmer, der dazu keine gültige DAV-Lizenz als Trainer/FÜL benötigt.
  • fungiert ein FÜL/Trainer als Organisator oder ist er nur 1 Teilnehmer unter anderen, so gilt:
    • Er übernimmt keine sicherheitsrelevante Verantwortung für andere. Eine faktische Verantwortung - Stichwort „Garantenstellung" – kann ihm nur dann vorgehalten werden, wenn er einen Unfall auf Grund seiner Ausbildung hätte voraussehen müssen.
    • Es reicht nicht aus, eine Gemeinschaftstour als solche auszuschreiben. Rechtlich maßgeblich ist, was auf der Tour selbst „gelebt" wird. In dem Moment, in dem beispielsweise ein FÜL/Trainer einen Teilnehmer, der den Anforderungen nicht gewachsen ist, ans Seil nimmt, wird daraus eine (partielle) Führungstour.
  • Damit können Gemeinschaftstouren (auch wesentlich) über den Schwierigkeitsbereich hinausgehen, für den Fachübungsleiter/Trainer ausgebildet und lizenziert sind.

Gemeinschaftstouren sind - rechtlich gesehen - die typische Form für individuell in der Gruppe vereinbarte Touren. Die Gruppe verständigt sich selbst, intern, über Tourenziel, Schwierigkeiten, Teilnahmen sowie darüber, ob man für die Tour eine Teilnahme-Ausschreibung auf dieser Homepage einstellt.

Bei Ausbildungskursen (Ku)
  • hat der FÜL/Trainer grundsätzlich die gleiche Verantwortung wie bei Führungstouren. Mit zunehmendem Ausbildungsniveau geht jedoch immer mehr Eigenverantwortung auf die Teilnehmer über. Schließlich ist es das Ziel von Kursen, die Teilnehmer zu selbständigen und eigenverantwortlichen Bergsteigern, Kletterern etc. auszubilden
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