Bei einer Klettertour in den Schweizer Alpen verunglückte Ralf Gantzhorn aus Hamburg im Alter von 56 Jahren am 24.06.2020 tödlich. Grund der Tragödie war wohl ein Fehler beim Abseilen. Er war als naturverbundener Geologe, Kletterer, Fotograf, Autor und Vortragsreisender ein Multitalent.

Ich habe Ralf persönlich kennen gelernt, als er vor über vier Jahren seinen »Vortrag “Himmelsleitern – Große Grate der Alpen” anlässlich unseres 130-jährigen Jubiläums der Sektion Halle (Saale) des DAV präsentierte. Es war für mich einer der beeindruckensten Vorträge, die ich organisieren durfte.

Ralf war mir gleich sehr sympathisch. Freimütig sandte er mir in Vorbereitung seines Vortrages spektakuläre Fotos, erzählte von seinen Bergerlebnissen u. a. am Monte Sarmiento auf Feuerland und vertraute mir Persönliches an. Seine Bergfotos, die zumeist unter sehr schwierigen Bedingungen entstanden sein mussten, fand ich außergewöhnlich ansprechend. Es waren teilweise richtige Kunstwerke. Auch seine Text- und Fotobeiträge in der DAV Panorama und anderen Publikationen habe ich immer sehr gerne verfolgt.

Es ist unendlich traurig, dass er nicht mehr unter uns weilt. Sein Schicksal sollte uns daran erinnern, dass Berge nicht nur grandios, sondern auch grausam sein können und Fehler oft nicht verzeihen.

Detlef Weyrauch

DSCN2772...unser Ehrenmitglied, wenige Tage nach seinem 60. Geburtstag. Und er hat sich nicht nur für die Glückwünsche und das Geschenk der Sektion bedankt, nein, Manni wäre nicht Manni, wenn er das nicht mit einer kurzen Schilderung der aktuellen Situation am  »Halleschen Stecknerweg und, anlässlich  seiner bevorstehnden Pensionierung, mit einer Selbstverpflichtung verbunden hätte.

Er schreibt:

Lieber Bergkamerad Uwe.

Ein Abend im Zeichen des DAV-Jubiläums

In Deutschland ist es üblich, runde Jubiläen gebührend zu feiern. 150 Jahre Deutscher Alpenverein waren dem Vorstand unserer Sektion Halle Anlass genug, den salomonischen Geburtstag unseres Vereins in besonderer Weise zu begehen.

GrillmeisterAn 17.10.2019, einem schönen Herbsttag, startete zunächst gegen 17 Uhr im Geologischen Garten der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg am Von-Seckendorff-Platz 3 ein Grillfest mit Bratwürsten, Steaks, Bier und alkoholfreien Getränken. Als Grillmeister betätigte sich unser 2. Vorsitzender Prof. Dr. Ingolf Kühn, vom Vorstandsbeisitzer Simon Regitz tatkräftig unterstützt.

Daran schlossen sich zwei hochkarätige Vorträge im bekannten Hörsaal des Geologischen Institutes an.

Unser Sektionshistoriker Dr. Ernst Fukala nahm uns mit auf eine eineinhalb Jahrhunderte umfassende ZeitreiseHörsaal
mit dem Titel: „Heißzeiten und Eiszeiten - 150 Jahre Deutscher Alpenverein und 133 Jahre Sektion Halle (Saale)“. Anhand vieler historischer Fotos und Dokumente sowie mit seiner unverwechselbaren, kenntnisreichen und kritischen Kommentierung brachte er uns die wechselvolle Geschichte unseres Vereins nahe. Diese ist erfüllt von Zeiten, in denen es heiß her ging bei der Eroberung der Alpen (Hütten und Wege), wie auf rauschenden Festen (Jubiläen). Ihnen folgten eisige Jahren, in denen das Leben im Verein erstarb (zwei Weltkriege) und schändliche Entscheidungen gefällt wurden (Hinauswurf jüdischer Mitglieder, Kriegspropaganda). Die Sektion Halle (Saale) ist in das vergangene Geschehen eingebettet mit dem historischen Sonderfall, nach vierzig Jahren Verbot in der DDR, heute wieder lebendig zu sein.

Dr Olaf RieckEs schloss sich der Multivisions-Vortrag von Dr. Olaf Rieck „Shivling - Garhwal-Himala-ja - Expedition 2017“an. Das Mitglied unserer Nachbarsektion Leipzig war bereits das dritte Mal Gastreferent bei uns in Halle. Seine Vorträge sind für mich jedes Mal ein besonderes Highlight. Er hatte seine eigene hochwertige Technik mitgebracht, bei deren Aufbau ich geholfen habe. So bekam ich gerade noch die vorletzte Bratwurst ab. Diesmal nahm uns Olaf Rieck mit in den indischen Himalaja zum 6543 Meter hohen Shivling, einer der großartigsten Berggestalten der Erde. Neben einmaligen Foto- und Filmaufnahmen der Besteigung, die vor allem mit Hilfe einer leistungsstarken Kameradrohne realisiert wurde, spielten die Kultur der Hindus sowie die unberührten Landschaften des Garhwal-Himalajas, den das kleine Team auf dem 14-tägigen Anmarsch zum Berg durchquerte, die Hauptrolle in diesem spannenden Vortrag.

Für hallesche Verhältnisse war die Veranstaltung recht gut besucht. Für mich war es insgesamt ein gelungener Abend im Zeichen des runden Jubiläums unseres Vereins.

Detlef Weyrauch